Geschichte des Fotoclubs als Digitalisierungs-Geschichte

In der Geschichte des Fotoclubs gibt es sicher kein Thema, das einen größeren Wandel mit sich gebracht hat, als die Digitalisierung. Allerdings möchte ich dieses Thema nicht ausschließlich auf die Digitalisierung des Fotografierens beschränken, sondern auch andere Bereiche aufzählen, in denen Digitalisierung im Fotoclub stattfand.

Die Anfänge

So beginnt die Geschichte der Digitalisierung im Fotoclub Leonberg gleich mit der Gründung im Jahr 1981. Das ist das Jahr, im dem bei der Firma IBM der PC entwickelt wurde. Vorher gab es bereits den Apple II und der legendäre C64 wurde etwas später entwickelt. Mit diesen Tatsachen im Kopf, wundert man sich schon etwas, dass bereits die Gründungssatzung eine Datenschutzerklärung enthielt, waren doch leistungsfähige Computer für Privatleute noch fast unerreichbar.

Allerdings war das Thema Datenschutz auch damals bereits in der politischen Diskussion. Um einen Überwachungsstaat wie in George Orwells Roman „1984“ zu verhindern, wurde bereits in den frühen 80er-Jahren viel über Datenschutz diskutiert. Hinzu kam, dass die ursprüngliche Satzung des Fotoclubs wesentliche Elemente aus der Satzung des Allgemeinen Rettungsverbands (ARV) übernahm, dem der erste Vorsitzende Rudolf Schenk angehörte. Der ARV könnte damals bereits über Rechner verfügt haben. Jedenfalls legt dies ein Schreiben der damaligen Schriftführerin aus dem Jahr 1982 nahe, in dem sie die Mitglieder auffordert Mitgliedsanträge abzugeben und den Hinweis gab, diese würden elektronisch erfasst. Es könnte also bereits im Jahr 1982 eine Mitgliederdatenbank gegeben haben.

Allerdings wechselte die Führung des Vereins im Jahr 1983. Wir dürfen annehmen, dass zu diesem Zeitpunkt kein Vorstandsmitglied über einen Computer verfügte, in dem eine Mitgliederverwaltung möglich gewesen wäre. Jedenfalls sieht man in den schriftlichen Unterlagen dieser Zeit viele handschriftliche Vermerke, die auf eine Verwaltung auf Papier hindeuten. Vermutlich wurde dann im Jahr 1989 eine Mitgliederdatenbank angelegt. Das belegen Stammdatenauszüge aus diesem Jahr, die in Papierform bei den Schriftführerunterlagen abgelegt wurden.

Fotografie fand in dieser Zeit ausschließlich analog statt, auch wenn digitale Kamerasysteme lange vor der Gründung des Fotoclubs erfunden wurden. Die Auflösung dieser Kameras reichte bei weitem nicht an das heran, was mit Film erreichbar war.

Internet

Der nächste Digitalisierungsschritt fand dann so um den Jahreswechsel 2002/03 statt. Im November hatte man sich erstmals getroffen, um über die Gestaltung einer Web-Site zu sprechen. Hierbei tat sich das Gründungsmitglied und spätere Ehrenmitglied Arno J. Göpel besonders hervor, der die Web-Site in den ersten Jahren entwickelte und betreute. Spätestens ab Mitte 2003 war diese Web-Site online, wie wir aus der Angabe der Web-Adresse auf dem Programm für das zweite Halbjahr 2003 schließen dürfen.

Digitale Fotografie

Jetzt ging es auch mit der Digitalisierung der eigentlichen Fotografie voran. Bereits im Jahr 2002 gab es laut Programmheft einen Vortrag zum Thema: "Digitale Bildbearbeitung". So ab dem Jahr 2004 hatten immerhin zwei Mitglieder eine Digitalkamera. Zu diesem Zeitpunkt hatten für Hobbyfotografen erschwingliche Digitalkameras immerhin 5 Megapixel. Für Oktober 2004 findet sich im Programm ein: "Treffpunkt digitale Fotografie" und im Juli 2005 folgte ein Vortrag zum Thema: "digitale Fotografie" bei einem Clubabend des FCL.

Im Jahr 2007 waren Digitalkameras im Club bereits so verbreitet, dass man die Anschaffung eines digitalen Projektors (Beamers) erwog. Dieser Projektor war dann bereits im ersten Halbjahr 2008 verfügbar und zu diesem Zeitpunkt gab es im Club kaum noch Fotografen, die überwiegend analog fotografierten.

Im Jahr 2013 endete die Ära der analogen Fotografie im Fotoclub Leonberg dann endgültig mit dem Austritt des letzten Mitglieds, das noch analog fotografierte. Damit schien die Digitalisierung zunächst abgeschlossen.

Jüngste Entwicklung

Im Jahr 2020 führte eine Pandemie dann aber doch noch zu einer weiteren Digitalisierung. Ab März waren keine persönlichen Treffen im Clubraum mehr möglich und man musste sich andere Möglichkeiten suchen. Zuerst wurde ein Fotoforum eingerichtet, über das die Mitglieder sich leichter austauschen konnten als über die Web-Site. Die Clubabende wurden kurze Zeit später in Form von Videokonferenzen durchgeführt. Ferner wurde im Messenger „Threema“ eine Gruppe eingerichtet, über die kurzfristige Absprachen erleichtert wurden. Das vorletzte Jahr vor dem Jubiläum hat den Verein also nochmals nachhaltig verändert.

Es bleibt spannend, welche Veränderungen die Zukunft noch für die Fotografen des Fotoclubs Leonberg bringen wird.

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